Probier‘s mal mit Gerechtigkeit

Probier‘s mal mit Gerechtigkeit

Bei Model United Nations geht es darum, internationale Politik besser zu verstehen, indem man selbst in die Rolle eines Delegierten eines Staates, eines Prozessbevollmächtigten im IGH, einer Richterin, eines Richters, eines Vertreters einer Nichtregierungsorganisationen oder der internationalen Presse schlüpft.

Auch das RNG hat sich dieses Jahr wieder auf das diplomatische Parkett bei MUNBW in Stuttgart gewagt. Vom 21. bis 25. Mai waren wir, 11 Schülerinnen und Schüler aus den Stufen 10 bis 12, die Delegierten Sambias, Spaniens, Sri Lankas und Surinames und damit Teil der Generalversammlung (GV), des Wirtschafts- und Sozialrates (WiSo) und der Umweltversammlung (UV).

Nach einer einführenden Veranstaltung und interessanten Workshops am Donnerstag, bei denen wir etwa die Möglichkeit hatten mehr über die R2P oder Wahlentscheidungshilfen zu lernen, kamen am Nachmittag zum ersten Mal die Gremien zusammen.
Im Dresscode und hoch motiviert sind wir am nächsten Tag in die Debatten gestartet. Das Ziel ist es dabei, die Position des eigenen Landes überzeugend zu vertreten und so die Resolution, also das schriftliche Ergebnis der Sitzungen, aktiv mitzugestalten, jedoch gleichzeitig einen möglichst breiten Konsens zu erzielen – eine Gradwanderung, die Kompromisse erfordert.

Doch gerade Kompromisse fallen schwer, wenn es um den Klimawandel und damit um die existentielle Bedrohung vieler Menschen geht. Die ganze Konferenz fand unter dem großen Thema „Verbrannte Erde – Klimaschutz im Schatten der Krisen“ statt. In der GV wurde in diesem Zuge über den Schutzstatus von und den Umgang mit „Klimaflüchtlingen“ diskutiert. Im WiSo ging es um „KI zum Wohle der Menschheit“ und die Umweltversammlung hat sich mit dem „Schutz von Waldökosystemen“ auseinandergesetzt. Wie sich herausstellte, erkennen die meisten Staaten den Klimawandel und seine Folgen zwar an, aber dennoch ist es schwierig, wirksame und vor allem sicher finanzierte Maßnahmen zu beschließen. Harte und teilweise auch zähe Debatten waren die Folge. Doch zum Glück gibt es ja noch den „Antrag auf Anhörung einer Gastrede“, der sich während der Konferenz zu einem Lieblingsantrag aller Gremien entwickelt hat – gleich nach dem Antrag auf „informelle Sitzung“. So sprachen in der UV etwa Balu und Mogli zur Rolle der indigenen Bevölkerung beim Waldschutz und präsentierten dafür eine umgedichtete Variante von „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ (das Lied ist laut UV übrigens nicht als neue Hymne der UN geeignet). Im IGH wurde außerdem ein Fisch übersetzt durch Nemo zur Gewässerverschmutzung angehört.

Bis zum letzten Tag wurde um jedes Wort gerungen, am Ende jedoch stehen nun mehrere, umfangreiche und genau ausgearbeitete Resolutionen.
Mit Musik und Tanz konnten wir die Konferenz beim diplomatischen Abend am Sonntag zusammen mit den anderen Delegierten ausklingen lassen – das einzige Manko war die (traditionelle) Hitze bei MUNBW, die den Klimawandel direkt zu uns brachte. Nach einem offiziellen Abschluss am Montag, ging es dann mit vielen tollen Erinnerungen, neuem Wissen und einem kleinen Schlafdefizit im Gepäck wieder zurück nach Wangen.

Wie man vielleicht schon erahnen kann, bedurfte es für diese inhaltlich tief gehenden Debatten einer gewissen Vorbereitung. Dabei konnten manche von uns von den Erfahrungen bei MUNBW letztes Jahr profitieren. Außerdem haben wir im Debate Club unter der Leitung von Herrn Perekrestenko geübt, fremde Positionen überzeugend zu vertreten und uns an den Ablauf solcher Diskussionen zu gewöhnen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Herrn Perekrestenko, der uns an diesem Wochenende, wie auch bei der Planung und Vorbereitung begleitet hat!

MUNBW 2026 war eine absolut einzigartige Erfahrung, die ich jeder und jedem ans Herz legen würde. Ob nun, um mehr über das Debattieren oder die UN zu lernen, selbstbewusster zu werden und eigene Reden zu halten, um neue Bekanntschaften zu machen oder einfach nur um Spaß zu haben, es lohnt sich auf jeden Fall, an dieser Veranstaltung teilzunehmen! Neugierig geworden? Dann komm nächstes Schuljahr in den Debate Club am RNG und mach vielleicht selber bei MUNBW 2027 mit!

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