
Novum bei der Bregenzer Young People’s Night – Die Fahrt zur Young People’s Night in Bregenz am vergangenen Samstag beinhaltete in diesem Jahr einige Überraschungen.
Das Wetter war insgesamt unbeständig, mal sonnig und heiß, mal gewittrig, mal leichter und mal starker Regen. Man musste sich fragen: Wird überhaupt gespielt werden oder wird der Beginn verschoben oder wird begonnen und abgebrochen? Wo verbringt man die Zeit bei Regen oder Gewitter? Beim abendlichen Anstehen vor dem Einlass blieb nichts anderes übrig als sich im Regen aufzuhalten, wohl dem, der mit Regencape und Schirm ausgestattet war.
Tagsüber hatten die Organisatoren einige Schwierigkeiten. Die Bühnenshow begann verspätet und wurde schließlich bei Regen und Gewitterneigung abgebrochen. Während der Backstagetouren konnte die Bühne nicht betreten werden, weil dort noch Proben stattfanden. Nicht alle Interessierten konnten an der Einführungsveranstaltung teilnehmen, weil der Saal wegen Überfüllung geschlossen wurde. Das nasse Wetter hatte sicherlich einen erheblichen Anteil an diesen Verwerfungen.
Die abendliche Aufführung hingegen begann auf die Minute pünktlich. Zu Beginn regnete es noch leicht, die befürchteten Gewitter hatten sich glücklicherweise verzogen, so dass „La Traviata“ komplett gespielt werden konnte. Der Dirigent entschloss sich schließlich zum größten Novum in der Cross-Culture-Night-/Young-People‘s-Night-Geschichte. Nach seiner ersten lautstarken Ermahnung „Watch“ an die schleppende Sängerin und den zu langsamen Sänger ließ er den ganzen Abschnitt eines Duetts wiederholen.
Das Sängerpärchen, stimmlich imposant und absolute Profis, musste mehrfach eine Standpauke vor mehr als 5000 Zuhörern über sich ergehen lassen. So sehr die Ermahnungen verständlich waren, schließlich muss das Festspielpublikum eine perfekte Aufführung erwarten können, so sehr hatte das YPN-Publikum Mitleid und versuchte, den beiden Gescholtenen den Rücken zu stärken.
Die weiteren Unterbrechungen wurden durch Unmut quittiert und die Hauptdarsteller am Ende mit herzlichem Applaus belohnt. Wir durften vor jedem anderen Publikum eine insgesamt tolle Aufführung sehen. Die eher unspektakuläre Inszenierung, passend zum langen Sterbeprozess von „La Traviata“, kam mit nur wenigen Showeffekten aus. Fast alle Aufführungen dieses Sommers sind bereits ausverkauft, man darf gespannt sein, wie die Presse die Inszenierung bewerten wird.