Die Regie: Tilman Schauwecker
Der folgende Artikel ist geschrieben von Markus Hochstrasser (Mitglied bis 2006).
Tilman Schauwecker bildet(e) das Herz der Theatergruppe.
Im Jahre 1986 gründete er „Mugnog“ als Angebot für die Projekttage
am Rupert-Neß-Gymnasium, nicht ahnend welche unglaublichen Auswirkungen dies
für die nächsten 20 Jahre seines Lebens haben sollte. Die Leitung der
Theatergruppe bedeutete für ihn, neben seinem Lehrerberuf am RNG – er
unterrichtet die naturwissenschaftlichen Fächer Mathe und Chemie – eine
deutliche Mehrbelastung. Abgesehen von den wöchentlichen Proben am Freitag
Nachmittag im Musiksaal, die sich nicht selten bis in die frühen Abendstunden
dehnten, galt es für unseren „Rudelführer“ eine Menge Heimarbeit zu erledigen.
Was gab es nicht alles zu organisieren, zu planen und zu erarbeiten? Es
begann bereits im Herbst, ein neues Stück musste gefunden werden, Tilman
hatte Muster zum Probelesen zu bestellen. War die Entscheidung getroffen,
hatte er die Textvorlage mehrmals zu lesen; Lösungen für die Inszenierung
mussten gefunden werden, einen Probenplan galt es zu erstellen, einen zweiten, einen dritten.
War der Probenplan fertiggestellt, wurde er auch schon wieder über den Haufen
geworfen, denn meistens gab es zeitliche Probleme bei den Schülern
(„Da muss ich auf das Sportfreunde-Stiller-Konzert!“). Arbeit, Arbeit, Arbeit –
und die heiße Phase war noch nicht einmal angelaufen. Diese begann nämlich
erst nach den Probentagen in Roggenzell, die natürlich von unserem „Grauen Wolf“
organisiert und geleitet wurden. Danach galt es die Stadthalle zu reservieren, die Plakate
zu drucken, die Requisiten zu besorgen, die Kulisse zu gestalten sowie die
Technik einzuweisen.
Obwohl Tilman stets von seinen Schäfchen sowie von seiner
Frau Lis unterstützt wurde, blieb die meiste Arbeit an ihm hängen! Doch trotz
dem ganzen Stress erschien er immer gut gelaunt mit einem ausgeprägten
Grinsen auf dem Gesicht zur Probe, wenn auch mit der Tilmanschen Pünklichkeit,
die das akademische Viertel nicht selten überschritt. Aber wer viel zu tun hat,
braucht viel Zeit. Leider färbte diese Eigenart all zu oft auf die Schauspielerf
ab („Der Tille kommt sowieso zspät, also brauch mer uns gar it beeile.“). Dann
folgten die Momente, in denen der Hüter des Rudels sich ärgerte und dies auch
verbal zum Ausdruck brachte. Die Verstimmung währte jedoch nie sehr lange und
bald wurde wieder eifrig und versöhnt weitergearbeitet.
Einer harten Probenzeit schlossen sich endlich die Aufführungen an, die Tilman
leider nur als Souffleur durch einen Spalt im Vorhang mitverfolgen konnte.
Wir fragten uns oft, ober er dies auch tat, oder ob er, erschöpft von den
vorangegangenen Tagen, einem Nickerchen den Vorzug gab, denn bei einem
Texthänger dauerte es stets eine Weile, bis unser Regisseur reagierte...
Nach der Aufführung begleitete der „Graue Wolf“ die Gruppe gerne zu einem
gemütlichen Beisammensein und unterhielt uns oft mit seiner Angewohnheit,
den Rand der Kaffeetasse mit der Zunge abzuschlecken - während die von
ihm geschminkten Schauspieler immer noch emsig dabei waren, die gut gemeinte
aber etwas unglücklich verteilte Menge an schwarzer Farbe im Gesicht zu
entfernen (Tilman, lass das Schminken!).
Es gäbe noch so viel über diesen Mann zu schreiben, doch versuche ich hier ein
Ende zu finden. Wer nicht in der Theatergruppe war, wird ihn nie so kennen
lernen, wie wir es taten. Egal, wie viel geschrieben und erzählt wird. Ich
hoffe, für einen kleinen Einblick hat es gereicht...
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