Siebentens: Stiehl ein bißchen weniger
Autor: Dario Fo
Aufgeführt: 1997
Diashow-Modus
Die Gruppe umfasst weiterhin fast dreißig Mitglieder, die Suche nach einem Stück mit großer Besetzung gestaltet sich
schwierig. Der Blick fällt auf Dario Fo, den großen italienischen Stückeschreiber und comedia dell'arte Komiker, der im
gleichen Jahr 1997 den Literaturnobelpreis erhält.
Die mit genau drei Stunden längste und vom Schauspielerischen her aufwändigste Produktion der "Mugnogs" erfordert einen
bisher nicht gekannten Probenaufwand, der teilweise nur in Parallelproben der Totengräber, der Irren, der Nonnen etc. zu
bewältigen ist. Ein ganz neues Genre, Komik, will erarbeitet sein und in Zusammenspiel umgesetzt werden.
Doch Dario Fos ungeheurer Wortwitz und das Gespür für seine Lust am Provozieren tragen. Ende Juni amüsieren sich die
zahlreichen ZuschauerInnen köstlich und erleben kurzweilige Stunden beim endlosen Verwirrspiel, das die bis dato
unpolitische Totengräberin Enea aufzieht, als sie die Korruptheit eines Systems erkennt, das nicht einmal davor
zurückschreckt, Leichen zum Zwecke der Gewinnmaximierung zu verschieben. Am Ende unterliegt sie dem System, doch
sie ist eine andere geworden, selbstbewusst und klar lässt sie die Angepassten und gefügig gemachten Funktionsträger
des Staats stehen.
Der Zuspruch ist so groß, dass die Produktion im November für drei weitere Aufführungen nochmals aufgenommen wird.
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