Die Nacht die kein Ende nahm
Autor: nach F. Hetmann/H. Tondern
Aufgeführt: 1996
Diashow-Modus
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1996 formiert sich "Mugnog" neu. Anvisiert ist eine eher kleine Besetzung für Tom Stoppards "Der wahre Inspektor Hound",
doch die Bühnenfassung ist nicht rechtzeitig erhältlich. Inzwischen ist die Nachfrage enorm gestiegen, über dreißig
SchülerInnen aus allen Klassenstufen von 7 bis 13 wollen dabei sein. Da bietet Frederik Hetmanns und Harald Tonderns
Jugenderzählung von der Schulklasse, die an der Ostsee im Schullandheim von einer Gruppe Skinheads überfallen und eine
Nacht lang drangsaliert wird, die Chance, eine große Zahl DarstellerInnen auf der Bühne, wenn schon nicht mit großem
Text, so doch mit großem Gefühl, einzubinden.
Das Experiment gelingt, erfordert allerdings enorme Anstrengungen. Das Buch wird zu einer Theaterfassung umgearbeitet,
Regie verstärkt sich mit zwei AssistentInnen, Probentage zur Grundschulung der meist noch nicht bühnenerfahrenen
SchauspielerInnen werden erstmals vorbereitet und gewinnbringend durchgeführt, in intensiven Improvisationen wird die
Erzählung weiter geflochten und zu einem offenen, aber wenig erfreulichen Ende geführt, die Bühne der Stadthalle muss
zwei Stunden lang die zerstörerische und schließlich selbst zerstörerische Gewalt der Skins erdulden und die
MaskenbildnerInnen sind beim Präparieren der Glatzen - gespielt ausgerechnet von bevorzugt Langhaarigen - aufs
Äußerste gefordert.
Die explosive Mischung gelingt und provoziert sehr gespaltene Kritiken, nicht alle haben an der geballten Problemladung,
der gewöhnlichen Sprache und der offenen Gewalt ihre Freude. Doch eben die Spaltung gibt "Mugnog" recht, Theater muss auch
direkt und zeitgemäß sein!
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