Die Welle
Autor: Reinhold Tritt
Aufgeführt: 1993
Diashow-Modus
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Die hochpolitische Produktion benötigte zwei Schuljahre, da lange Zeit nach einer spielbaren Fassung für "Die Welle"
gesucht bzw. diese weiter entwickelt werden musste. Dann aber, im März 1993, sprengte das Zuschauerinteresse alle
Erwartungen, zum ersten Mal war die Wangener Stadthalle ausverkauft.
Die Geschichte des Lehrers Ross, der konsequent seine Idee verfolgt und seinen Schülern die Entwicklung des
Nationalsozialismus in einem unter die Haut gehenden Experiment nahe bringt, war als Buchfassung und in einer
Fernsehproduktion bereits sehr bekannt geworden und lockte Zuschauer aus der ganze Region nach Wangen. Sie wurden
Zeuge, wie Ross nach ersten, scheinbar harmlosen Disziplinierungsritualen seiner Schulklasse sein Spiel auch dann
noch weiter treibt, als die Spaltung der ganzen Schule in glühende Anhänger und endlich zum Widerstand entschlossene
Gegner seines Modells Freundschaften zu zerstören beginnt und Gewalttaten seiner Ordnertrupps möglich macht. Unmerklich
wird der ganze Zuschauerraum in die Szenerie einbezogen, Ausweise werden verteilt und kontrolliert, Zu- und Ausgänge
überwacht und schließlich geschlossen, die Atmosphäre verdichtet sich bedrohlich ...
Gerade die unmittelbare Präsenz drohender Gewalt und Unterdrückung machte die Aufführungen zu einem intensiven
Erlebnis. Bei den Theatertagen in Friedrichshafen schlug die Stimmung der vorwiegend 13-14 jährigen Zuschauer,
gepackt von der gefährlichen Dramaturgie, fast in offene Aggression um, die Schauspieler hatten Mühe, das
Geschehen auf der Bühne zu halten.
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