Peanuts
Autor: Fausto Paravidino
Aufgeführt: 2006
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Mit 'Peanuts' wagte sich die Theatergruppe abermals an ein hoch politisches Stück, das die voranschreitende Globalisierung
in den Mittelpunkt rückt und sie von einer äußerst kritischen Seite betrachtet.
Das Stück ist in zwei, auf den ersten Blick unabhängige, auf den zweiten jedoch eng verwobene Teile gegliedert. Beide
zeigen einen Ausschnitt aus dem Leben Buddys. Die erste Hälfte spielt in seinen Jugendjahren. Er soll auf die Wohnung
von Bekannten aufpassen, die für kurze Zeit verreist sind. Doch die Ruhe währt nicht lange, denn bald nisten sich seine
Freunde in den vier Wänden ein. Es entwickelt sich eine ausgelassene Party, von der Buddy selbst jedoch wenig begeistert ist,
doch fehlt ihm das nötige Durchsetzungvermögen um seine respektlosen Freunde aus der Wohnung zu werfen. Schließlich kommt
es, wie es kommen muss, die Wohnung wird verwüstet, ein überaus teurer Fernseher wird zerstört. Als dann noch der Sohn
der Wohnungsbesitzer Schkreker auftaucht, findet die Party ein jähes Ende. Buddy verleugnet seine Freunde und wirft sie schließlich aus dem Haus.
Im zweiten Teil, der viele Jahre später spielt, werden die gleichen Personen abermals gegenüber gestellt. Die einen sind Teil eines
demokratischen Machtapparates, die anderen Anhänger einer Gegenbewegung. Die Szene spielt auf einem Polizeirevier, auf dem
unter der Leitung Schkrekers die Inhaftierten bis zu ihrem Geständnis gefoltert und gequält werden. Die gewaltätigen Elemente steigern sich in
ihrer Brutalität bis zu dem Zeitpunkt, an dem Buddy einem seiner alten Freunde gegenübersteht und ihn töten soll.
Unter dem Druck seiner Kollegen überwindet er alle Skrupel und erschießt seinen Jugendfreund, erinnert sich danach jedoch
an den Tag, an dem er seine Kameraden verraten hat (entspricht dem Ende des ersten Teiles). Buddy überlegt sich nun, was passiert wäre,
wenn er damals zu ihnen gestanden hätte, welche Entwicklung die Geschichte dann genommen hätte. Er kommt zu dem Schluss,
dass das Ende ganz bestimmt ein anderes gewesen wäre.
Für den ersten Teil wurde ein komplettes Kinderzimmer mit Schaukel, Zelt, Wippe und Tischchen eingerichtet. Außerdem hatten
wir mit einem immensen Verschleiß von Requisiten zu kämpfen, allem voran waren Cola und Popkorn immer schnell Mangelware. In den Proben
merkten wir sehr bald, dass es gar nicht so leicht war, Langeweile und eine Null-Bock-Stimmung so zu inszenieren, dass sie den Zuschauer
nahezu eine Stunde unterhält. Die Unmenge an Requisiten sowie die Präsenz von nahezu
allen Schauspielern während dem Großteil der Szenen kam erschwerend hinzu.
Im zweiten Teil war es vielmehr die Darstellung von Gewalt auf der Bühne, die uns sehr viel Probearbeit und gute Ideen abverlangte.
Wie lässt sich z.B. eine Prügelszene möglichst
eindrucksvoll darstellen (ohne dass jemand zu schaden kommt)? Keine einfache Aufgabe. Auf Anraten von Johannes Schön besuchten wir sogar Anfang des Jahres eine Aufführung
des Stückes "Dogville" im Staatstheater Stuttgart und holten uns einige Inspirationen.
Doch die Arbeit lohnte sich. Am Ende wurde 'Peanuts' vier Mal vor gut gefülltem Saal aufgeführt. Zwar verließen einige
Zuschauer die Stadthalle mit einem mehr oder weniger großen Fragezeichen vor Augen, denn viele Andeutungen und Hinweise konnten
erst bei wiederholtem Besuch verstanden werden (wohl der einzige Punkt, in dem sich
die Skeptiker aus den eigenen Reihen bestätigt sahen). Dennoch kann die Produktion als durchaus gelungener und angepasster
Abschluss einer sehr erfolgreichen Theatergruppe gesehen werden.
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