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Ab heute heißt du Sara

Autor: Volker Ludwig
Aufgeführt: 2004



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Im Jahr 2004 entschließt sich Mugnog nach einem schwierigen Entscheidungsprozess mit "Ab heute heißt du Sara" der Geschichte einer jungen Berliner Jüdin in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs nachzuspüren. Schwierig deshalb, weil die Gruppe sich bereits dreimal mit dem Thema Diktatur und Unterdrückung auseinander gesetzt hatte, 1988 in "Der überaus starke Willibald", 1993 in "Die Welle" und 1996 in "Die Nacht, die kein Ende nahm" und berechtigte Bedenken bestanden, damit nur Langeweile, Gähnen und Abwehr hervorzurufen.
Als sich am 8. Mai 2004 - genau 59 Jahre nach dem Ende der Diktatur - der Vorhang zur Premiere hob, waren die Bedenken längst überwunden. Dem Schicksal von Inge Deutschkron, stellvertretend für das von Millionen Juden berichtet in 33 schlaglichtartigen Bildern, von denen jedes für eine neue Schnittstelle im Leben der 1933 Zwölfjährigen steht, konnte sich die Gruppe nicht entziehen und bewältigte das fast unmögliche Vorhaben, Echtheit und nicht selbst erlebte Authentizität auf die Bühne zu bringen.
Die Zuschauer waren emotional genauso gefordert, vielen ging das Bühnengeschehen so nahe, dass sie den zähen Überlebenskampf der Kriegsjahre nur mühsam ertrugen. Das Ende bedeutete für Inge und ihre Mutter die Rettung, doch "haben sie wirklich gewonnen"?
Eine Ausstellung im Foyer zu den Stationen der Deutschkrons in Berlin und ein Büchertisch zum Thema Judenverfolgung intensivierten und verstärkten die Eindrücke der Zuschauer. Mit Inge Deutschkron, die heute 82jährig in Berlin lebt, entstand ein reger und wichtiger Briefkontakt, das Jüdische Museum Berlin mit seiner "Blindenwerkstatt Otto Weidt" lieferte Anschauungsmaterial und bekam von Mugnog eine Spende für seine weitere Arbeit.


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