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Die Show ohne Grenzen

Autor: nach Ulrike Winkelmann
Aufgeführt: 2001


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Zum absoluten Publikumsrenner wird 2001 die Persiflage auf eine Talk- oder Gameshow, die sich die "Mugnogs" nach der Vorlage von Ulrike Winkelmann selbst stricken. Der Andrang vor der Stadthalle reicht bis auf den Parkplatz und erstmals muss spontan eine Zusatzvorstellung gegeben werden, um wenigstens einen Teil der Wartenden zufrieden zu stellen.

Dabei ist das Stück sprachlich und inhaltlich von eher bescheidenem Niveau, trifft aber mit der Echtheit der Studioatmosphäre den herrschenden Zeitgeist und seinen Hang zum Voyeurismus punktgenau. Die vier Studiogäste, permanent subtil herabgewürdigt von einer Moderatorin, die in ihrer Selbstverliebtheit nicht zu bremsen ist, sind sich für kein Experiment zu schade, um an das große Geld zu kommen, das ihrem angeschlagenen Selbstbewusstsein auf die Beine helfen und ihrem diffusen Lebensweg endlich Richtung geben soll. Auch die finale Mutprobe, bei der deutlich wird, dass diese Show den üblichen Bogen klar überspannt, wird klaglos unternommen, gedemütigt und geschlagen liegen selbst die Gewinner zuletzt auf dem Studioboden. Doch "the show must go on", schließlich will so ein Studio dauernd zur Produktion ausgelastet und der Zuschauer unterhalten sein.

In Wangen konnten die Zuschauer, einmal im (Stadthallen)studio gefangen, der Situation nicht mehr ausweichen, viele genossen es und konsumierten, andere empfanden es als bedrängend und schrecklich und zahlreiche Kommentare bestätigten die "Mugnog" im nachhinein in ihrer kritischen Intention. Als Belohnung und zum Vergleich besuchten sie zwei Monate später eine Arabella-Showproduktion in München und fühlten sich erneut bestätigt.

Im Sommer 2001 wagten die "Mugnogs" im Rahmen einer Ausstellung im Foyer des Schulhauses nach fünfzehn Jahren einen Rückblick auf ihre vierzehn Produktionen. Zahlreiche Photos, Programmhefte, Kritiken, sämtliche Originalplakate und viele ehemaligen Requisiten vereinigten sich mit Szenenaufbauten und Bühnengemälden zu einem witzigen und fesselnden Gesamtkunstwerk, das auch Ehemalige in ihren Bann schlug. Mit einer Vernissage zu Beginn der sechswöchigen Ausstellung unterstrichen sie ihr Anliegen öffentlichkeitswirksam.

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